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Spezial Pflegeheim Hennigsdorf

Demenz

Der Begriff Demenz kommt aus dem Lateinischen und besteht aus der Vorsilbe de, die mit weg übersetzt wird, und dem Substantiv mens, welches soviel wie Geist oder Verstand heißt. Die wörtliche Übersetzung lautet demnach "weg vom Geist" oder "weg vom Verstand". Somit beschreibt der Begriff das entscheidende Merkmal der Erkrankung und zwar den Abbau der intellektuellen Fähigkeiten. Hierzu gehören die Gedächtnisfähigkeit, die Fähigkeit sich ein Urteil zu bilden, sich zu orientieren und Dinge abstrahieren zu können sowie das Vermögen, sich über die Sprache auszudrücken. Der Abbau dieser Fähigkeiten führt zum Verfall der psychischen Strukturen, die bereits in der Kindheit ausgebildet wurden. Die Aufnahme bzw. das Wiedergeben gedanklicher Inhalte fällt den Betroffenen immer schwerer. Orientierung, Urteilsfähigkeit, aber auch die Sprachfähigkeit nehmen immer mehr ab. Die eingeschränkte Leistungsfähigkeit schlägt sich in allen Alltagsaktivitäten nieder. Man unterscheidet drei Schweregrade der Demenz:

  • Leichte Demenz: Obwohl Arbeit und soziale Aktivitäten deutlich beeinträchtigt sind, bleibt die Fähigkeit, unabhängig zu leben, mit entsprechender Hygiene und intaktem Urteilsvermögen erhalten.

  • Mittelschwere Demenz: Eine selbständige Lebensführung ist mit Schwierigkeiten möglich und ein gewisses Ausmaß an Aufsicht erforderlich.

  • Schwere Demenz: Die Aktivitäten des täglichen Lebens sind derart beeinträchtigt, dass eine kontinuierliche Aufsicht benötigt wird, z. B. kann der Kranke eine minimale persönliche Hygiene nicht mehr aufrechterhalten, denkt zerfahren und spricht nicht mehr.

Wie entsteht eine Demenz?

Als häufigste Ursache wird heute die Alzheimer-Krankheit angesehen, bei der die Nervenzellen durch krankhafte Abbaustoffe im Zellinneren in ihrer Funktion geschädigt und letztlich zerstört werden. Es können aber auch viele andere Veränderungen im Gehirn das Bild einer Demenz hervorrufen wie z.B. durch Stoffwechsel- oder und Durchblutungs-störungen.

Die Demenz vom Alzheimer-Typ (DAT) gehört zu den degenerativen Demenzen. Sie ist die häufigste Form der Demenz und macht ungefähr 60 Prozent der primären Demenzen aus. Die vaskuläre Demenz (meist Folge von Schlaganfällen) wird auch als Multiinfarkt-Demenz (MID) bezeichnet, ihr Anteil liegt bei ca. 15 Prozent. Eine weitere Form der primären Demenzen besteht aus einem gemischten Typus - sowohl aus dem Alzheimer-Typ als auch aus dem vaskulären Anteil - und macht ebenfalls ca. 15 Prozent aus. Die restlichen zehn Prozent der primären Demenzen werden von anderen Typen hervorgerufen, die eher selten vorkommen, wie z. B. Morbus Pick (genetisch bedingter Abbau im Stirnhirnbereich), Korsakow-Syndrom (Kurzzeitgedächtnisverlust bei Alkoholikern) oder Chorea Huntington (erblicher Gehirnabbau mit Bewegungsstörungen).

Der Verlauf der Alzheimer-Demenz ist durch einen kontinuierlichen Abbau gekennzeichnet, während bei der vaskulär bedingten Demenz auch Phasen von Stillständen und Stabilisierungen vorkommen. Das Endstadium ist durch Persönlichkeitsverfall, absolute Desorientiertheit und sehr häufig motorische Unruhe gekennzeichnet.

Was sind typische Zeichen für eine Altersdemenz?

  • Nachlassen des Kurzzeit- und Altgedächtnisses
  • Nachlassen der Konzentrationsfähigkeit
  • Orientierungsschwierigkeiten bis hin zur Orientierungslosigkeit
  • Ratlosigkeit im Umgang mit den Alltagsanforderungen
  • Sprachstörungen
  • Eingeschränktes Denk- und Urteilsvermögen
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Antriebsarmut im Wechsel mit Unruhe
  • Umkehr des "Schlaf-Wach-Rhythmus"
  • Neigung zur Aggressivität
  • Emotionale Labilität
  • Depressive Verstimmungen
  • Wahnvorstellungen bis hin zum totalen Verlust der Persönlichkeit und körperlicher Verfall
 
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